Emma Frank (1845-1916)
Hans Buchmüller
1872 - 1935

Marta Lütschg ( - ) 
(Heirat: unbekannt)
Margaretha Buchmüller (1898- )
Hans Buchmüller (1900-1977)
Heidi Buchmüller (1907- )

Hans BuchmüllerHans Buchmülllers (1872-1935) Hauptmerkmal war seine ausserordentliche Erziehungsbegabung, und er widmete denn auch sein Leben der Lehrer- und Erziehertätigkeit, die seine Freude war.

Im Evangelischen Seminar Muristalden, wo sein Vater Lehrer und Hausvater des Internats war, und er seine frühesten Jugendjahre verbracht hatte, besuchte er die "Kusterschule" und holte sich später das Rüstzeug für den Lehrerberuf. Zur weiteren Ausbildung machte er kürzere Aufenthalte in Le Havre und Paris, und versah dann während 2 Jahren die Stelle eines Lehrers am Knabenwaisenhaus in Bern, wo er sich mit der Tochter des Hausvaters, Marta Lütschg, verlobte. In weiteren 2 Jahren studierte er an der Hochschule in Bern, um sich das Sekundarlehrerpatent zu erwerben. Während dieser Zeit gehörte er wie seine 3 Brüder der Studentenverbindung "Zähringia" an.

Dann gründete er seinen Hausstand in Ins, wo er als Sekundarlehrer amtete. Der Maler Albert Anker, mit dem er sich befreundete, war der Sekretär seiner Schulkommission. Gerne erzählte er auch später noch von dieser Zeit. Im Jahre 1900 zog er nach Kronbühl bei St. Gallen, um als Lehrer im Institut Lutz in besonderer Weise mit den Aufgaben eines Erziehers vertraut zu werden.

1904 kehrte er nach Bern zurück, einem Rufe des Freien Gymnasiums folgend, welches ihn im Progymnasium für Sprach- und Turnunterricht einsetzte. Bs war kein leichter Posten bei den Knaben dieses Alters, doch zeigte sich gerade hier seine Erziehungskunst. "Er war geboren, den Buben eine Hilfe in ihrer Erziehungsnot zu sein. Er konnte sie packen, begeistern, verstand Witze zu machen, die Dinge von der komischen Seite zu sehen, den Humor walten zu lassen, zum Lachen zu reizen - um dann die ernstesten Dinge mit ihnen nachhaltig zu besprechen." Um bei der bescheidenen Besoldung leben zu können, war er genötigt, Pensionäre aufzunehmen. Er hatte nun 2 Tochter und 1 Sohn.

Historische und gegenwärtige Schul- und Kirchenfragen beschäftigten ihn, man rief ihn für Vorträge und er verfasste mehrere bedeutende Abhandlungen wie "Die Bernische Landschulordnung von 1675", "Die Geschichte der Heiliggeistkirche in Bern", "Der Knabe als religiöse Persönlichkeit". Er gehörte dem Kirchgemeinderat der Heiliggeistkirche, sowie dem bernischen Missionskomitee an, und der Gesellschaft zu Pfistern diente er als "Almosner".

1911 berief die Burgerschaft der Stadt Bern Hans Buchmüller als Hausvater an das burgerliche Knabenwaisenhaus, dem er 24 Jahre vorstand, bis zu seinem Tode. Hier war er erst in seinem eigentlichen Element als Erzieher "trefflich unterstützt von seiner Gattin". "Ein Hauptanliegen war es ihm, die Buben anhand des göttlichen Wortes in christlichem Sinne zu erziehen, und sie auf Jesus Christus als ihren bleibenden Führer hinzuweisen." Die täglichen Hausandachten, die er später in 2 Bänden veröffentlichte, boten ihm willkommene Gelegenheit dazu". ("Waffen von Stahl", "Meine Rüstung").

Mitten aus einer reichen gesegneten Arbeit ist er im Alter von 63 Jahren in die Ewigkeit abberufen worden.

(Aus einem Nekrolog von E. B. in den "Blättern vom Muristalden", einem Artikel 1935 im "Berner Tagblatt" von C. B., so wie von verschiedenen Notizen 1975 zusammen gestellt von seiner Nichte Trudi Guggenbühl in Wallisellen).