![]() | Impressum | Chronik Allgemein | Stammbaum |
|
|
| Gottfried Buchmüller
(1843-1914), (Heirat: 1870) | Gottfried Buchmüller
(1871-1955) Hans Buchmüller (1872-1935) Emma Buchmüller (1873-1905) Fritz Buchmüller (1876-1901) Hermann Buchmüller (1875-1899) Hedwig Buchmüller (1878-1950) |
Emma
Buchmüller-Frank (1845-1916), von Langenthal, Gattin von
Gottfried Buchmüller (1843-1914), Seminarlehrer.
Emma
Maria Frank ist im Pfarrhaus Langenthal aufgewachsen, in einem
aufgeschlossenen frommen Familienkreis, wo 'viele Leute aus- und
eingingen. Das Pfarrhaus Langenthal bildete lange Zeit ein Zentrum
christlichen Lebens im Oberaargau. Die Kinder wurden früh zum
christlichen Glauben erzogen. Grossen Gewinn erwuchs der jungen Emma
Frank durch einen Aufenthalt im Töchterinstitut von Korntal,
Württemberg, und in einer Pension in Neuenburg. Sie erhielt
hier
die damals bestmögliche Ausbildung. Ein inniges
Verhältnis
verband sie mit ihrer älteren Schwester Jenny, und bis zuletzt
mit
einzelnen Langenthaler Jugendfreundinnen. Sie soll ein sonniges Kind
gewesen sein und eine fröhliche Tochter.
1870,
einige
Tage vor Ausbruch des deutsch-französischen Krieges, heiratete
sie
den Bauernsohn aus Lotzwil: Gottfried Buchmüller, Lehrer am
Evangelischen Seminar Muristalden in Bern. Eine zärtliche
Liebe
zwischen den Ehegatten verband die beiden bis zuletzt und wirkte sich
natürlicherweise als harmonische Familienathmosphäre
auf die
Kinder aus.
Das junge Paar bezog eine Wohnung im
neuen
Seminargebäude auf dem Muristalden in Bern, wo Gottfried
Buchmüller die Hausvaterstelle übernehmen musste.
Alle 6
Kinder kamen hier zur Welt. Als es wegen Übermüdung
des
Hausvaters zu einem körperlichen Zusammenbruch kam und er
unter
Gemütsdepressionen zu leiden hatte, war das heitere sonnige
Gemüt seiner Frau besonders köstlich.
Im
neuen
Heim am Gryphenhübeliweg und später im Obstberg in
Bern
gedieh das schöne Familienleben, an dem auch viele
Aussenstehende
teilhaben durften. Ein "Kränzli" von befreundeten
Lehrerfamilien
kam regelmässig zusammen, vor allem zur Besprechung
religiöser Fragen, aber auch für praktische Hilfe an
Heimen,
Witwenfamilien usw.
Aber schwere Schatten
ballten sich
zusammen, und der Glaube dieser frommen Mutter sollte auf eine harte
Probe gestellt werden. Die beiden jüngsten Söhne,
Hermann und
Fritz, sowie die älteste Tochter Emma mussten nach langer
Leidenszeit in ihren besten Jahren zu Grabe getragen werden. Die Mutter
hatte alle 3 Kinder bis zu ihrem Heimgang gepflegt und musste daneben
noch ihren tiefgetroffenen Gatten aufrichten. Im Glauben allein fand
sie Trost.
Als Emma Frank 1914 selber Witwe
geworden war,
gründete sie mit anderen Witwen zusammen ein
Arbeitskränzchen, das für das Kinderheim Bethanien
arbeitete,
und sie nahm sich verschiedener Menschen an, die eine Hilfe brauchten.
Trotz
den sicher oft schweren Gedanken, welche sie
überfielen,strömte sie ihre Liebe,
Fröhlichkeit und
Frömmigkeit sehr spürbar auf ihre Enkel aus, an denen
sie
sich sehr freute.
Vor einem bangte ihr im Alter:
Vor einer
langen Leidenszeit, wohl im Gedenken an die schlimmen Leidenszeiten
ihrer 3 verstorbenen Kinder und ihres Gatten. Und ihr Wunsch ging in
Erfüllung, ein langes Leiden wurde ihr erspart. Infolge eines
Schlaganfalles hauchte sie ihr Leben aus, eben zu der Stunde, als die
Kirchenglocken den Gottesdienst einläuteten. Ihrer Abdankung
hatte
Herr Pfarrer Stettler den Spruch zugrunde gelegt: "Haltet mich nicht
auf, denn der Herr hat Gnade gegeben zu meiner Reise. Lasset mich, dass
ich zu meinem Herrn ziehe". 1. Mose 24, 56.
| Chronik der Buchmüller, 1975, 2005 |