Emma Frank (1845-1916)
Gottfried Buchmüller
1871 - 1955

Frieda von Rütte ( - ), 
(Heirat: unbekannt)
Verena Buchmüller (1901- )
Albert Buchmüller (1903- )

Gottfried Buchmüller (1871-1955) war ein fröhlicher Knabe, Jüngling, Mann - sangesfreudig wie sein Vater, der Gesanglehrer war, mit Humor begabt, wie auch mit ernstem Streben nach Gerechtigkeit, Wahrheit und echtem nüchternem Glauben. Seine vielseitigen Interessen, besonders für Historisches, kam der Gemeinde Beatenberg wie auch der Familienforschung zugut. Mit viel Umsicht und Geduld sammelte er in jahrelanger Kleinarbeit die Daten für die Geschichte der Gemeinde Beatenberg und für eine Familienchronik. In Archiven und Bibliotheken bei alten Büchern und Aufzeichnungen war er heimisch.

Gottfried Buchmüller studierte in Basel, Berlin und Bern Theologie. Er genoss das Studentenleben neben dem ernsten Studium, war in der Studentenverbindung "Zähringia", schloss dort dauernde Freundschaften, und wusste dem Leben stets viele gute Seiten abzugewinnen. Für festliche Gelegenheiten dichtete er gerne Verse.

1896 kam er als Vikar zum gesundheitlich reduzierten Pfarrer von Rütte nach Beatenberg ob dem Thunersee. Nach dem Tode des letzteren wurde er dort zum Pfarrer gewählt und heiratete die Tochter seines Vorgängers, Frieda von Rütte. Es wurden ihnen eine Tochter und ein Sohn geschenkt. Die sagen umwitterte Gegend mit den Beatushöhlen war für Pfarrer Buchmüllers historisches Interesse eine Fundgrube, und er schrieb das grosse reichhaltige Werk "St. Beatenberg, Geschichte einer

Berggemeinde", welches 1914 im Verlag K. J. Wyss in Bern erschien und grosse Beachtung fand. Im damals schon beliebten Fremdenort Beatenberg lernte er viele interessante Gäste kennen, die ihm geistige Anregung brachten.

Ab 1911 amtete er als Pfarrer der grossen Gemeinde Huttwil im Oberaargau. Sein Pflichtenkreis dehnte sich bis ins Luzernische aus, wo er die in der Diaspora lebenden Protestanten zu betreuen hatte. Und das "Städtli" selber stellte nicht geringe Anforderungen. Aber er war mit Freuden ein Diener am Wort Gottes.

Den Ruhestand verbrachte Pfarrer Buchmüller in Muri bei Bern, wo er ein Haus gekauft hatte. Nach dem Tode seiner Gattin durfte er die umsichtige Pflege seiner Tochter Vreneli geniessen, bis er im hohen Alter von 84 Jahren heimgerufen wurde. Er hatte sich dringend gewünscht, kein langes Schmerzenslager ertragen zu müssen, was ihm von Gott gnädig gewährt wurde.

(Aus verschiedenen Aufzeichnungen und aus eigenen Erinnerungen 1975 zusammengestellt von seinem Patenkind Trudi Guggenbühl in Wallisellen)

Die folgenden Briefe (Abschriften) sind erhalten:
- Brief von Gottfried an seine Schwester Hedi vom 26. November 1894
- Brief von Gottfried an seinen Bruder Hans vom 9. Juli 1895, aus Berlin